links: EXERCISE IV 2019/20
ca 90 x 160 x 20 cm
Video, Metallprofil, Glasplatte, Holzreifen
rechts: DISPARATE PAIRING 2019
Metall, Eternit, Kunststoffschlauch
45 x 42 x 34 cm
MENDONTIVEUP 2018/20
ca 90 x 110 X 20 cm
Video, Wellplastik, Schaumstoff, Holzreif
Um 90° Grad gedreht stemmt der Mann nicht länger einen Schrank, sondern balanciert nun selber sein Gewicht auf beiden Armen. Entgegen der klassischen Liegestütze sind seine Beine nicht abgestellt, sondern schweben in der Luft. Die Beine zittern. Die akrobatische Pose ist nicht stabil. Regelmässig werden die Beine zum Rumpf gekrümmt. Die durch die Schattierung suggerierte Körperlichkeit wird enttarnt. Der Mann ist ein ausgeschnittener Papierfetzen, der im Wind flattert. Durch das Biegen des Papiers erlangt die Figur nunmehr die zuvor abhanden gekommene dritte Dimension, die aber gleichzeitig nur in der Projektion existiert. Die Videoinstallation Men don’t give up, 2018/2020 nimmt viele Aspekte der Auseinandersetzung in den Arbeiten von Sibylla Walpen vorweg: Die Menschen in den entfremdeten Situationen leisten Aussergewöhnliches. Die athletischen Körperhaltungen drohen in eine physiologische Tortur zu kippen. Dient das Exercise IV, 2019/2020 der Selbstoptimierung nach intrinsischer Achtsamkeit und Körperempfinden oder verstecken sich darin fremdgesteuerte Motive? Wie ist der gestylte und trainierte Körper zu haben und wozu dient er?
Franz Krähenbühl 2020